Eigenschaften

Allgemeine Daten

Name, Symbol, Ordnungszahl 

Tellur, Te, 52

Elementkategorie

Halbmetall

Schmelzpunkt 

722,7 K (449,5 °C)

Siedepunkt 

1261 K (988 °C) 

Kristallstruktur 

Trigonal

Dichte

6,232 g/cm³ (bei 20 °C)

Mohshärte

2,25

Spezifischer elektrischer Widerstand

ca. 0,01–0,24 Ω·cm (bei 20 °C), abhängig von Materialzustand und Kristallstruktur

Physikalische Eigenschaften

Besondere Kristallstruktur beeinflusst Strom und Wärme

Tellur ist ein silbrig-weißes, metallisch glänzendes Halbmetall, das weich und spröde ist. Es lässt sich leicht zu Pulver zermahlen. Bei Raumtemperatur liegt Tellur als Feststoff vor und besitzt eine höhere Dichte als beispielsweise Germanium. 

Tellur ist ein Halbleiter. Seine elektrische Leitfähigkeit nimmt bei steigender Temperatur oder unter Lichteinwirkung zu. Eine Besonderheit ist, dass Tellur Strom und Wärme je nach Richtung innerhalb des Kristalls unterschiedlich gut leitet. Ursache dafür ist seine Kristallstruktur: Die Telluratome sind in spiralförmigen Ketten angeordnet. 

Diese Eigenschaften machen Tellur vor allem für elektronische und energietechnische Anwendungen interessant. Besonders wichtig sind dabei Verbindungen mit anderen Elementen. Bismuttellurid wird beispielsweise in thermoelektrischen Bauteilen eingesetzt, während Cadmiumtellurid als Halbleitermaterial für Dünnschicht-Solarzellen dient. 

Charakteris­tische Eigenschaften

Tellur verhält sich bei Wärme ungewöhnlich

Tellur dehnt sich beim Erwärmen nicht in alle Richtungen gleich aus. Entlang einer Achse seiner Kristallstruktur zieht es sich sogar zusammen, während es sich in andere Richtungen ausdehnt. Ursache ist die besondere Anordnung seiner Atome im Kristall. 

Bedeutung und Anwendungen

Energiewende: Tellur gewinnt an Bedeutung

Das 1782 vom Mineralogen Franz Joseph Müller von Reichenstein entdeckte Halbmetall spielt heute eine wichtige Rolle in industriellen und technologischen Anwendungen. Lange wurde Tellur vor allem in Legierungen und thermoelektrischen Bauteilen eingesetzt. 

Heute ist die Photovoltaik das mit Abstand wichtigste Einsatzgebiet. In Verbindung mit Cadmium entsteht Cadmiumtellurid (CdTe), ein Halbleitermaterial für Dünnschicht-Solarzellen. Rund 70 Prozent des weltweiten Tellurverbrauchs entfallen inzwischen auf diesen Bereich. 

Mit dem Ausbau der Solarenergie gewinnt Tellur an Bedeutung. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt, da das Halbmetall überwiegend als Nebenprodukt der Kupferraffination gewonnen wird. Weitere Anwendungen finden sich in der Thermoelektrik, Metallurgie und Elektronik.